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Ereignis · Mittwoch, 26. Januar 2028

Ringförmige Sonnenfinsternis vom 26. Januar 2028: ein Feuerring

Der Mond ist zu weit entfernt, um die Sonne vollständig zu bedecken: Ein Lichtring bleibt 10 Minuten 27 Sekunden sichtbar, von Ecuador bis Portugal über Brasilien und Spanien. Es gibt keinen Moment, an dem es sicher ist, die Brille abzunehmen.

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Kein Fenster ohne Brille, nirgends auf der Erde

Anders als eine totale Finsternis bedeckt eine ringförmige Finsternis nie 100 % der Sonne. Die ISO-12312-2-Brille bleibt von Anfang bis Ende auf, auch am Höhepunkt, auch innerhalb des Pfads der Ringförmigkeit.

Die wichtigsten Fakten zur Sonnenfinsternis vom 26. Januar 2028

26. Jan. 2028
Mittwoch, mitten im Winter
Ringförmig
Ecuador → Brasilien → Portugal
10 Min. 27 s
Maximale Ringdauer
0,921
Magnitude, unter 1

Am Mittwoch, den 26. Januar 2028, zeichnet eine ringförmige Sonnenfinsternis einen Pfad, der sich in Ecuador öffnet, Peru, Brasilien und Suriname durchquert und dann den Atlantik überquert, um Spanien und Portugal zu erreichen. Entlang dieses Korridors bedeckt der Mond die Sonne nie vollständig: Ein Lichtring bleibt um die Mondscheibe für bis zu 10 Minuten 27 Sekunden sichtbar, die längste einzelne Phase, total oder ringförmig, in diesem gesamten Kalender bis 2030. Außerhalb dieses Pfads, in einer Zone, die die östliche Hälfte Nordamerikas, Mittel- und Südamerika, Westeuropa und den nordwestlichen Rand Afrikas umfasst, zeigt sich die Finsternis als partiell.

Es ist die erste ringförmige Finsternis, die auf dieser Seite ausführlich dokumentiert wird, nach zwei totalen Finsternissen 2026 und 2027. Der Unterschied ist keine Formsache: Er ändert eine zentrale Sicherheitsregel, unten erklärt.

Ist diese Finsternis von Deutschland aus sichtbar?

Unklar, engere Zone

Deutschland, Österreich, Schweiz

Anders als bei den Terminen 2026, 2027 und 2030 nennt die Quelle für den 26. Januar 2028 nur „Westeuropa“ als partielle Sichtbarkeitszone, nicht „Europa“ als Ganzes. Ob das bis nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz reicht, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht sicher sagen. Wir erfinden hier keine Prozentzahl, die wir in den Quellen nicht finden. Sicher ist nur: Der Pfad der Ringförmigkeit selbst erreicht den deutschsprachigen Raum auf keinen Fall.

Partiell, östliche Hälfte

USA und Kanada

Teilweise ja, für die östliche Hälfte des Kontinents. Die partielle Sichtbarkeitszone für diese Finsternis wird als Ost-Nordamerika angegeben, neben Mittel- und Südamerika. Das ist der erste Termin in diesem Fünfjahreskalender, an dem Nordamerika direkt in einer partiellen Zone auftaucht. Es bleibt trotzdem außerhalb des Pfads der Ringförmigkeit selbst, es gibt also nirgends in den USA oder Kanada einen Feuerring zu sehen, nur eine partielle Finsternis.

Was eine Finsternis ringförmig statt total macht

Die Magnitude misst, wie viel vom Sonnendurchmesser der Mond im Maximum bedeckt. Am 26. Januar 2028 liegt sie bei 0,921: unter der Schwelle von 1, sodass selbst ein perfekt zentrierter Mond nicht groß genug ist, um die gesamte Sonnenscheibe zu bedecken. Das Ergebnis ist ein durchgehender Lichtring um die Mondsilhouette während der Höhepunktphase, das prägende Merkmal einer ringförmigen Finsternis.

Die Ursache liegt an der Entfernung. Die Mondbahn um die Erde ist kein perfekter Kreis, sondern eine Ellipse, und ihre scheinbare Größe, von der Erde aus gesehen, variiert merklich zwischen erdnächstem und erdfernstem Punkt. Eine totale Finsternis braucht einen relativ nahen Mond, groß genug, um die Sonne zu bedecken; eine ringförmige Finsternis entsteht, wenn der Mond an diesem Tag weiter draußen auf seiner Bahn steht und zu klein wirkt. Der 26. Januar 2028 fällt in den zweiten Fall.

Die vier bewerteten Finsternisse, nach Magnitude sortiert

  • T2. August 2027, Magnitude 1,079: total, der größte Abstand über 1.
  • T12. August 2026, Magnitude 1,039: total, der knappste Abstand über 1.
  • R1. Juni 2030, Magnitude 0,944: ringförmig, am nächsten an voller Bedeckung, ohne sie zu schaffen.
  • R26. Januar 2028, Magnitude 0,921: ringförmig, der größte Abstand unter 1, diese Finsternis.

Warum die Brille nie abkommt, auch nicht am Höhepunkt

Eine totale Finsternis gibt Beobachtenden innerhalb ihres Pfads ein kurzes Fenster, in dem die Sonne vollständig verdeckt ist und das bloße Auge wieder sicher wird. Eine ringförmige Finsternis bietet dieses Fenster nie, weder innerhalb noch außerhalb ihres Pfads. Selbst am Höhepunkt des 26. Januar 2028, wenn der Ring am dünnsten ist, reicht der noch leuchtende Teil der Sonnenoberfläche mehr als aus, um die Netzhaut innerhalb weniger Sekunden direkter Belichtung zu schädigen.

Die Regel ist hier einfacher als 2026 oder 2027, aber auch strenger: Die ISO-12312-2-Brille bleibt von Anfang bis Ende auf, ohne Ausnahme, egal wo man sich an diesem bestimmten Termin befindet, innerhalb des Pfads der Ringförmigkeit oder weit davon entfernt.

Was das Risiko einer ringförmigen Finsternis anders macht

Die Gefahr ist nicht ein helleres Licht als bei einer vergleichbaren Sichel während einer tiefen partiellen Finsternis; es ist die Versuchung, länger auf eine dramatisch und ungewohnt wirkende Form zu schauen. Das Verhalten bleibt dasselbe wie bei jeder direkten Sonnenbeobachtung: zertifizierte Brille auf, bevor man nach oben schaut, kurze Sitzungen, und eine Prüfung des Filters vor Gebrauch.

Der Referenzratgeber

Unser Ratgeber zur Sonnenfinsternisbrille erklärt, warum eine Netzhautverbrennung im Moment des Geschehens nicht wehtut, was tatsächlich als zertifizierter Schutz zählt, und indirekte Projektionsmethoden, die ganz ohne Brille funktionieren.

Ein Rekordring: 10 Minuten 27 Sekunden

Von den vier maximalen Phasendauern in diesem Kalender bis 2030 ist der 26. Januar 2028 die längste: 10 Minuten 27 Sekunden, gegenüber 6 Minuten 23 Sekunden für die Totalität von August 2027, 5 Minuten 21 Sekunden für den Ring von Juni 2030, und 2 Minuten 18 Sekunden für die Totalität von August 2026. Ein derart langer Ring entsteht aus einem Mond nahe dem erdfernsten Punkt seiner Bahn, kombiniert mit einer ungewöhnlich zentralen Ausrichtung zwischen Erde, Mond und Sonne im Moment der Finsternis.

Für Beobachtende innerhalb des Pfads bleibt so ungewöhnlich viel Zeit, den vollen Ring zu studieren: genug, um das Kameraobjektiv zu wechseln, ein Stativ nachzujustieren, oder einfach einen gefilterten Blick in der Gruppe herumzureichen, immer durch einen zertifizierten Filter, nie mit bloßem Auge.

Der Pfad: Ecuador bis Portugal über Brasilien

Der Pfad der Ringförmigkeit für den 26. Januar 2028 beginnt in Südamerika, mit Ecuador, Peru, Brasilien und Suriname, bevor er den Atlantik überquert und Europa über Spanien und Portugal erreicht. Es ist ein transatlantischer Korridor, ähnlich in seiner Form dem vom 12. August 2026, der bereits Grönland und Island mit Spanien verband, diesmal aber von West nach Ost auf einem niedrigeren Breitengrad verlaufend.

Jenseits dieses Pfads bleibt die Finsternis als partiell sichtbar, über eine Zone, die die östliche Hälfte Nordamerikas, Mittel- und Südamerika, Westeuropa und den nordwestlichen Rand Afrikas umfasst. Das ist die Zone, in der die östlichen USA und Kanada liegen. Für Deutschland bleibt es bei dieser Bezeichnung „Westeuropa“ unklar, wie weiter oben erklärt.

Spanien kehrt zurück, diesmal mit Portugal

Zum dritten Mal in Folge liegt Spanien innerhalb eines Pfads der Totalität oder Ringförmigkeit: im Norden 2026, weiter südlich 2027, und erneut 2028, diesmal zusammen mit Portugal. Drei Finsternisse, drei verschiedene Bänder, ein durchgehender geografischer Faden, die Iberische Halbinsel, in diesem Jahrzehntabschnitt ungewöhnlich oft von Mondschatten getroffen.

Für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum, die die Finsternisse von 2026 und 2027 bereits Richtung spanische Grenzregion verfolgt haben, bestätigt dieser Termin das Muster: Spanien, und jetzt auch Portugal, bleiben der kürzeste Sprung aus einer bloß partiellen Finsternis heraus, direkt hinein in die echte Sache. Unser Kalender Nächste Sonnenfinsternis stellt alle fünf Termine und ihre Pfade zum Vergleich nebeneinander.

Wintertermin: eine tiefe Sonne für Beobachtende auf der Nordhalbkugel

Der 26. Januar fällt mitten in den Winter, ein klarer Bruch mit den anderen Finsternissen in diesem Kalender, die alle zwischen Juni und August liegen. In weiten Teilen der mittleren Breiten der Nordhalbkugel, Deutschland, Österreich, die Schweiz und den Rest Kontinentaleuropas eingeschlossen, steht die Sonne Ende Januar über einen großen Teil des Tages tief am Horizont, unabhängig von der genauen lokalen Uhrzeit des Höhepunkts der Finsternis. Das ist ein Faktor, den man bei der Wahl eines Beobachtungsorts einplanen sollte, genau wie bei jeder winterlichen Sonnenbeobachtung, unabhängig von der Finsternis selbst.

Genaue lokale Uhrzeiten und Bedeckungsgrade nach Stadt waren zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Seite für diesen Termin noch nicht veröffentlicht. Das Sicherheitsprinzip hängt davon ohnehin nicht ab: Ob die Finsternis von einem bestimmten Standort aus wenig oder viel von der Sonne bedeckt, diese ringförmige Finsternis erfordert eine ISO-12312-2-Brille ohne Unterbrechung, von Anfang bis Ende.

Danach: die Lücke von 2029, dann der Ring vom 1. Juni 2030

Diese ringförmige Finsternis liegt zwischen zwei weiteren Terminen in diesem Kalender. Davor, der 2. August 2027: eine totale Finsternis, mit ihrem kurzen Fenster ohne Brille innerhalb des Pfads, das genaue Gegenteil der strengen Regel dieses Termins. Danach bringt 2029 keine von Europa aus sichtbare Sonnenfinsternis, auch wenn zwei der vier partiellen Finsternisse jenes Jahres Nordamerika und die skandinavische Arktis berühren. Dann, am 1. Juni 2030, folgt eine zweite ringförmige Finsternis, kürzer als diese hier (5 Minuten 21 Sekunden gegenüber 10 Minuten 27) und auf einer völlig anderen Route, von Algerien über Griechenland bis Japan statt über Spanien und Portugal, mit Alaska innerhalb ihrer partiellen Sichtbarkeitszone.

Der Vergleich aller drei Seiten ergibt ein vollständiges Bild dessen, was dieser Jahrzehntabschnitt für Beobachtende aus dem deutschsprachigen Raum bereithält. Unser Kalender Nächste Sonnenfinsternis bringt alle fünf Termine auf einer Seite zusammen, Vergleichstabelle inklusive.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine ringförmige Sonnenfinsternis?

Eine Finsternis, bei der der Mond, auf seiner Bahn weiter von der Erde entfernt als bei einer totalen Finsternis, zu klein wirkt, um die Sonnenscheibe vollständig zu bedecken. Ein Lichtring bleibt am Höhepunkt der Finsternis um den Mond sichtbar, daher der Name Feuerring. Am 26. Januar 2028 dauert dieser Ring bis zu 10 Minuten 27 Sekunden.

Warum darf man bei einer ringförmigen Finsternis nie die Brille abnehmen?

Weil der verbleibende Lichtring, selbst auf ein dünnes Band reduziert, immer noch tausendfach zu hell für das bloße Auge ist. Anders als bei einer totalen Finsternis, bei der die Sonnenscheibe für ein paar Minuten vollständig verdeckt ist, gibt es bei einer ringförmigen Finsternis keine Phase völliger Dunkelheit: Ein Teil der Sonnenoberfläche bleibt von Anfang bis Ende sichtbar.

Ist die Sonnenfinsternis vom 26. Januar 2028 von Deutschland aus sichtbar?

Unklar. Die Quelle nennt für diesen Termin nur Westeuropa als partielle Sichtbarkeitszone, nicht Europa als Ganzes wie bei den Terminen 2026, 2027 und 2030. Ob Deutschland innerhalb dieser engeren Zone liegt, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht sicher sagen. Der Pfad der Ringförmigkeit selbst erreicht Deutschland auf keinen Fall.

Liegen Spanien und Portugal im Pfad der Ringförmigkeit?

Ja, beide: Nach der Atlantiküberquerung von Brasilien und Suriname erreicht der Pfad der Ringförmigkeit Europa über Spanien und Portugal. Es ist die dritte Finsternis in Folge, nach 2026 und 2027, bei der Spanien innerhalb eines Pfads der Totalität oder Ringförmigkeit liegt.

Wie verhält sich das im Vergleich zur totalen Finsternis vom 2. August 2027?

Die Finsternis vom August 2027 ist total, mit einem kurzen Fenster innerhalb ihres Pfads, in dem die Sonnenscheibe vollständig verdeckt und die Beobachtung mit bloßem Auge sicher ist. Die Finsternis vom Januar 2028 ist ringförmig: Der Mond bedeckt die Sonne nie vollständig, und die Brille muss ohne Unterbrechung aufbleiben, selbst am Höhepunkt und selbst innerhalb des Pfads.

Wie lange dauert der Feuerring?

Bis zu 10 Minuten 27 Sekunden am günstigsten Punkt entlang des Pfads, die längste einzelne Phase, total oder ringförmig, in diesem gesamten Kalender zwischen 2026 und 2030.

Kann man eine ringförmige Finsternis mitten im Winter beobachten?

Ja, die Jahreszeit ändert weder die Mechanik der Finsternis noch die Sicherheitsregel. Sie ändert aber die Beobachtungsbedingungen: Ende Januar steht die Sonne über weite Teile des Tages tief am Horizont, in den mittleren Breiten der Nordhalbkugel, ein Faktor, den man bei der Planung berücksichtigen sollte.

Wo kann ich im Januar, außerhalb der Hauptnachfrage, eine Brille kaufen?

Dieselben Kanäle, die für jede Finsternis funktionieren, bleiben ganzjährig geöffnet: Optiker, Apotheken, Astronomiefachgeschäfte und Online-Marktplätze. Außerhalb der zwei Wochen vor einer stark beworbenen Finsternis ist der Druck auf den Warenbestand deutlich geringer. Unser Ratgeber zur Sonnenfinsternisbrille erklärt die Prüf-Checkliste.

Wann ist die nächste ringförmige Finsternis nach 2028?

Am 1. Juni 2030, mit einem Pfad durch Algerien, Tunesien, Griechenland, die Türkei, Russland, Nordchina und Japan. Dazwischen bringt 2029 keine von Europa aus sichtbare Sonnenfinsternis.